Ein Kescher wird oft erst dann beachtet, wenn ein Fisch umgesetzt werden muss. In diesem Moment entscheidet aber das Werkzeug mit darüber, wie hektisch der Fang verläuft. Ein zu kleiner Rahmen, grobe Maschen oder minutenlanges Hinterherjagen erhöhen Stress und das Risiko von Verletzungen.
Rahmengröße zum Aquarium und Tier wählen
Der Kescher muss groß genug sein, damit das Tier nicht stark gebogen oder gegen den Rahmen gedrückt wird, gleichzeitig aber zwischen Pflanzen und Hardscape manövrierbar bleiben. Für sehr kleine Tiere ist ein feinmaschigeres Netz sinnvoll; große Fische brauchen entsprechend mehr Fläche und Stabilität.
Maschen und Oberfläche prüfen
Netzmaterial sollte keine scharfen Kanten, beschädigten Stellen oder hervorstehenden Drähte besitzen. Sehr feine Netze bewegen mehr Wasser und können dadurch langsamer zu führen sein, reduzieren aber bei kleinen Tieren das Risiko, durch grobe Maschen zu rutschen. Bei Arten mit Stacheln oder stark verzweigten Flossen ist besonders vorsichtiges Handling nötig.
Nicht minutenlang durchs Becken jagen
Wenn der Fang schwierig ist, hilft oft eine geplante Vorgehensweise: Raum begrenzen, störende Gegenstände nur soweit nötig entfernen und das Tier ruhig in einen großen Kescher oder Behälter lenken. Dauerndes schnelles Hinterherjagen erzeugt Stress und kann andere Tiere sowie die Einrichtung gefährden.
Zwei Kescher können das Lenken erleichtern
Bei größeren Becken lässt sich ein zweiter Kescher oder eine ruhige Barriere nutzen, um den Schwimmraum zu begrenzen. Einer dient eher zum Lenken, der andere zum eigentlichen Fang. Dabei werden Tiere nicht zwischen Rahmen eingeklemmt.
Transferwege kurz vorbereiten
Bevor ein Tier gefangen wird, sollten Zielbehälter, Deckel und benötigte Hilfsmittel bereitstehen. Dadurch bleibt der Fisch nicht unnötig lange im Netz. Bei empfindlichen oder größeren Tieren kann ein geeigneter wassergefüllter Fangbehälter je nach Situation die schonendere Transfermethode sein.
Kescher zwischen Systemen hygienisch behandeln
Wer mehrere Aquarien oder ein Quarantänebecken betreibt, sollte bedenken, dass feuchte Netze Wasser und biologisches Material übertragen können. Separate Kescher pro Quarantäne-/Behandlungssystem oder ein geeignetes Reinigungs- und Trocknungsverfahren reduzieren die unkontrollierte Verschleppung.
Nach Gebrauch prüfen und trocknen
Nach dem Einsatz wird der Kescher gespült, auf Beschädigungen kontrolliert und vollständig getrocknet. Beschädigte Netze werden ersetzt, bevor sich ein Tier darin verfängt. Ein fester Aufbewahrungsort sorgt dafür, dass im Notfall nicht erst gesucht werden muss.