Ein altes Aquarium besteht aus sehr unterschiedlichen Bestandteilen. Lebende Tiere und Pflanzen, Elektrogeräte, Glas, Bodengrund und Dekoration gehören deshalb nicht gemeinsam in einen Entsorgungsweg. Am sinnvollsten ist eine Reihenfolge, bei der zuerst Lebewesen sicher untergebracht und wiederverwendbare Teile weitergegeben werden.

1. Tiere zuerst sicher unterbringen

Fische, Garnelen und Schnecken sollten nicht zusammen mit dem Becken „entsorgt“ werden. Suche zuerst eine geeignete Weitergabe über andere Aquarianer, Vereine, Fachgeschäfte oder Tiervermittlungen. Tiere und gebietsfremde Pflanzen gehören nicht in Bäche, Teiche oder andere natürliche Gewässer. Das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt aus Vorsorgegründen, das Ausbringen gebietsfremder Arten in die freie Natur zu unterlassen.

2. Pflanzen nicht in die freie Natur setzen

Aquarienpflanzen können außerhalb des Beckens problematisch werden, wenn sie in geeignete Lebensräume gelangen. Überschüssige Pflanzen deshalb weitergeben oder so entsorgen, dass sie nicht in natürliche Gewässer oder die freie Landschaft gelangen. Welche Abfallfraktion vor Ort vorgesehen ist, kann kommunal unterschiedlich sein.

3. Filter, Heizer, Pumpen und Leuchten getrennt sammeln

Elektrische Aquariumtechnik ist Elektroaltgerät. Dazu gehören beispielsweise Filterpumpen, Strömungspumpen, Heizstäbe, Leuchten, Steuergeräte und Futterautomaten. Elektroaltgeräte dürfen nicht einfach in den Hausmüll. Kommunale Sammelstellen und Wertstoffhöfe nehmen sie grundsätzlich getrennt an; je nach Gerätegröße bestehen außerdem Rückgabemöglichkeiten im Handel.

4. Das Glasbecken gehört nicht in den Altglascontainer

Öffentliche Altglascontainer sind für Behälterglas wie Flaschen und Konservengläser vorgesehen. Ein Aquarium ist kein Verpackungsglas und gehört deshalb nicht in diese Container. Für ein ganzes oder beschädigtes Becken sollte die örtliche Abfallberatung bzw. der Wertstoffhof geprüft werden. Transportiere gesprungenes Glas so, dass keine ungeschützten Schnittkanten entstehen.

5. Bodengrund, Steine und Holz getrennt beurteilen

Kies, Sand, Soil, Steine und Wurzeln sind keine einheitliche Abfallart. Sauberer Naturkies lässt sich oft weitergeben oder anderweitig nutzen; bei größeren Mengen, speziellen Substraten oder verunreinigtem Material können kommunal andere Vorgaben gelten. Deshalb Menge und Material im lokalen Abfall-ABC prüfen, statt alles pauschal in eine Tonne zu geben.

6. Wasser nicht als Transportweg für Organismen nutzen

Beim Leeren sollte verhindert werden, dass Schnecken, Pflanzenstücke oder andere Organismen in Garten- oder Naturgewässer gelangen. Normales Aquarienwasser kann im Haushalt kontrolliert abgelassen werden; bei Medikamenten, Desinfektionsmitteln oder anderen besonderen Zusätzen gelten die jeweiligen Produkt- und Entsorgungshinweise.

7. Wiederverwenden ist oft besser als entsorgen

Intakte Becken, Unterschränke, Filtergehäuse, Lampen, Hardscape und Zubehör lassen sich häufig verkaufen oder verschenken. Das spart Abfall und erleichtert anderen den Einstieg. Vor der Weitergabe sollten technische Geräte gereinigt, auf sichtbare Schäden geprüft und vollständig beschrieben werden.

Praktische Reihenfolge beim Auflösen

  1. Neue Plätze für Tiere organisieren.
  2. Pflanzen und wiederverwendbares Hardscape weitergeben.
  3. Technik stromlos machen, reinigen und nach Wiederverwendung oder Elektroaltgerät trennen.
  4. Wasser kontrolliert ablassen und Organismen zurückhalten.
  5. Bodengrund und Deko nach Material und lokaler Vorgabe sortieren.
  6. Glasbecken zuletzt leeren, trocknen und über Weitergabe oder kommunalen Entsorgungsweg abgeben.
Kommunale Regeln unterscheiden sich. Wertstoffhof, Sperrmüll und einzelne Abfallfraktionen werden lokal organisiert. Für Glasbecken, größere Mengen Bodengrund oder Sonderfälle deshalb immer das Abfall-ABC deiner Stadt oder deines Kreises prüfen.